Die Designerin.


Die Designerin, Lisa Altmeyer Ich bin in Hannover aufgewachsen. Mit vier Geschwistern und Eltern aus dem Rheinland war es ein lebendiges Familienleben, das von klassischer Musik, der Liebe zum Schauspiel und der Ästhetik moderner Zeitlosigkeit geprägt war. Mein Interesse galt schon immer der Kunst, dem Kunsthandwerk und den Möglichkeiten des persönlichen Ausdrucks. An der Werkkunstschule Hannover studierte ich Textil-Design.

Schon während des Studiums 1984 zog es mich nach Barcelona, zu der Zeit die Kulturhauptstadt Europas. Dort zelebrierte die Movida mit ungestümer Kraft das Leben und die Künste. Auch die neue Sprache, das expressive Kastillano, das ich dort lernte, bedeutete für mich eine willkommene Erweiterung meiner Persönlichkeit.

Ein Semester Diseno an der Universidad de Belles Arts folgte, und damit eine folgenreiche Begegnung: Ich lernte Quica Riera kennen, eine Unternehmerin mit weit gefächertem kulturellem Interesse. Sie war auf der Suche nach ausgefallenen Möbel- und Dekostoffen, denn die Eröffnung der Futon- und Möbelmanufaktur Futon-Llit stand bevor. Quica Riera wurde meine erste Arbeitgeberin.

Bild Meine Werkstatt fand ich direkt am Rand des großen Flohmarkts Los Encantes. Zwischen Kaffeeröstereien, Vogel- und Kachelhändlern baute ich mir eine ehemalige Lederfärberei zum Atelier um. Die große Dachterrasse war zum Trocknen der Stoffe und auch als Fotostudio ideal. Vielfältige Kontakte entstanden und ich bekam Aufmerksamkeit seitens der Presse sowie weiterer Futonhändler (Bilbao, Palma de Mallorca, Girona, Freiburg).

1990 zog ich in ein besseres Studio im Künstlervorort Vallvidrera. Dort war ich im Grünen angelangt, hörte den Wind in den Pinien rauschen, sah die Mandelblüte vor den Fenstern, tags das Lichtspiel des Himmels auf dem Mittelmeer und nachts die Lichter der Stadt. Hier konnte ich in aller Ruhe meine Ideen und Träume in Farbgeschichten transportieren. Gleichzeitig suchte ich weiter nach experimentellen Druckmöglichkeiten, auch um Meterware zu produzieren.



Zur Olympiade 1992 druckte ich zusätzlich T-Shirts. Die Stimmung in der Stadt war optimistisch, mutig und offen für Neues. Das Geschäft lief gut.

Nach 10 Jahren Handarbeit in Barcelona wollte ich feinere Muster mit mehr Details ausarbeiten.
1994 ergab sich die Möglichkeit, Entwürfe an industrielle Textilfirmen in Deutschland und Holland zu verkaufen. Eine Ateliergemeinschaft in Hannover erleichterte es mir, zu meinen Wurzeln zurückzukehren.

1997 wurde ich Mutter von Zwillingen und musste die gut angelaufene Designer-Tätigkeit unterbrechen.

2012 habe ich wieder eine Textildesign- und Druckwerkstatt eröffnet.


© Lisa Altmeyer